10 Jahre Menschenbrücke von Birgitta Klinkhammer

1. September 2019 Menschenbruecke_eV

Wenn wir nur das in unserem Leben getan hätten…                          dann hätte sich unser Leben schon gelohnt!

Afrika der schwarze Kontinent. Was fällt uns zu diesem Erdteil ein? Welche Bilder kommen uns in den Sinn? Elend, Hunger, große Armut und wirtschaftliche Not? Das stimmt. Bilder von Musik und Tanz, lachende Gesichter und Lebensfreude? Auch das stimmt.

Seit über 10 Jahren gibt es eine enge Verbindung aus dem Neusser Süden (speziell die Apostelpfarren in Norf, Rosellen, Hoisten und Weckhoven) nach Uganda, Masaka. Ursprung war der Besuch des Pfarrers und Lehrers Dr. Musoke Genza, der ab 2007 in Norf mehrfach in den Sommerferien als Priester aushalf.

Sofort gab es einen guten Kontakt zur Gemeinde, vor allem über Frau Freibeuter, in deren gastlichem Haus er stets wohnte. 12 NorferInnen gründeten dann (mit Josefine Freibeuter, Birgit Küttner und Peter Hanß als erstem Vorstand)  im Jahr 2009 den Verein „MENSCHENBRÜCKE, Norf und der Rhein-Kreis Neuss helfen Masaka, Uganda“!

Tatkräftig wurde losgelegt. Spenden und viele Mitglieder gesammelt, Projekte angestoßen und umgesetzt. Schwierigkeiten wurden überwunden und Missverständnisse ausgeräumt. Kontakte wurden aufgebaut und viele Feste und Begegnungen initiiert, die heute fest zum Gemeindeleben der Apostelpfarren gehören.: Fastensuppenessen, Begegnungsfeste mit Musoke Genza, Fackelausstellungen und Solibrot-Verkauf, Spendenessen, sowie der traditionelle Andreasmarkt zum Patrozinium am 1. Advent und… und… und… Viele Ideen und viele Hände wurden gebraucht, um die sagenhafte Summe von mittlerweile 310.000,00 € zusammenzubekommen, die seit 2009 nach Uganda floss. Und auch dort musste Pfarrer Genza tatkräftig mit KollegInnen Grace Nalwadda und Henry Ssebwana, die zwischenzeitlich den Partnerverein MeMa (Menschenbrücke Masaka) gegründet hatten, alle Projekte umsetzen und begleiten, das ist und war viel Arbeit und eine riesengroße Verantwortung.

So viele Briefe, Gespräche, Aktionen… Ich selber bin von Anfang an dabei und bin für jeden einzelnen Menschen dankbar, der hier bei „uns“ mit anpackt und mitmacht. Und bis heute hat sich der Kreis erheblich erweitert: Es gibt 152 Mitglieder, Karin Breuer als Schriftführerin und seit Jahren fest an Josefine Freibeuters Seite. Mittlerweile treten auch jüngere Mitglieder in die Verantwortung, beispielhaft seien Steffi und Martin Ihnow genannt, schade, dass wir nicht alle aufzählen können. Denn ich bin immer wieder beeindruckt, wie viele bereit sind, bei Veranstaltungen und anderem mitzuhelfen und einzuspringen, sei es auch „nur“ einen Kuchen oder eine Speise vorzubereiten, oder Marmelade einzukochen und zu stricken. Ohne sie alle wäre dieser groß Erfolg nicht möglich!

In den 10 Jahren seit der Gründung wurde ein Kindergarten und eine Schule gebaut, Brunnen angelegt, Toiletten eingerichtet, Kinder und Jugendliche bei ihrer Schulausbildung unterstützt, Kranke bekamen Mittel, um sich angemessen behandelt zu lassen. Weiterhin wurden Solaranlagen erbaut und ein Kirchendach erneuert und vor allem auch immer wieder Menschen unterstützt, die sich eine Lebensgrundlage aufbauen wollten, um dem ewigen Kreislauf der Armut zu entkommen (wie z.B. eine Trockenhaube für die Friseurin oder eine Nähmaschine für die Schneiderin). Hier kann bei Weitem nicht alles benannt werden, aber auf der wunderbaren Webseite des Vereins finden sie alles Jahr für Jahr aufgelistet und anschaulich dargestellt.

Wie immer braucht eine solche Aufgabe einen Menschen, der die Verantwortung trägt und stetig Anstoß gibt und Menschen motiviert. Bis heute, über all die Jahre, ist das immer noch Josefine Freibeuter, die trotzt ihres Alters am Ball bleibt und unermüdlich wirkt und tätig ist. An dieser Stelle sei ihr von ganzem Herzen gedankt. Ihre zwei Reisen nach Uganda waren die Grundlage für ihre Riesentatkraft und die unerschütterliche Überzeugung, wie nötig unsere Hilfe dort ist, sonst wären wir nicht ganz so weit gekommen. Und ohne ihre enge und vertrauensvolle Beziehung zu unserem „Verbindungsmann“ Musoke Genza vor Ort, hätte die Arbeit auch nicht so erfolgreich sein können.

Der Verein Menschenbrücke e.V. und seine Mitglieder sind tief im christlichen Glauben verwurzelt. Wir alle haben die Überzeugung, dass wir zu einer Welt, zu einer großen Gemeinschaft gehören und füreinander Verantwortung tragen. Und dies nicht nur im Sinne von „Helfen wollen“ weil das Leben in Uganda bzw. Afrika so viel weniger für die Menschen bereit hält, als unser (reiches) Land für uns. Auch wir sind von unserer Arbeit für den Verein bereichert. Wir werden von unserer Gemeinschaft getragen und unser Leben wird durch die Begegnungen und Kontakte mit den Menschen aus Uganda weiter und reicher. Wir alle engagieren uns in dem Bewusstsein, dass Armut und Ungerechtigkeit – auch in einem weit entfernten Land – uns alle etwas angehen und wir dazu beitragen müssen, dass die Unterschiede der menschlichen Lebensbedingungen sich weltweit annähern und irgendwann ganz aufhören! Erst das Leben vor Ort nachhaltig verbessern und dann „eine Welt“ werden und sein! Gemeinsam etwas tun, damit das Leben sich lohnt.